B 191 Ersatzneubau der Brücke über die Löcknitz bei Dömitz
Die Brücke über die Löcknitz bei Dömitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) ist durch einen Neubau ersetzt worden, da das alte Bauwerk aus dem Jahr 1970 zahlreiche Schäden an Über- und Unterbauten aufwies. Die Brücke ist Bestandteil einer wichtigen Straßenverbindung zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.
Das alte Bauwerk bestand aus zwei Teilbauwerken: aus der Straßenbrücke und aus einer später angebauten Radwegbrücke. Bei Bauwerksprüfungen hatte die Straßenbrücke eine Zustandsnote von 3,4 erhalten. Die Standsicherheit und die Verkehrssicherheit des Bauwerks waren beeinträchtigt, die Dauerhaftigkeit des Bauwerks war nicht mehr gegeben.
Durch die erheblich zugenommene Verkehrsbelastung, insbesondere des Schwerlastverkehrs, war die Tragfähigkeit des vorhandenen Bauwerkes nicht mehr ausreichend. Die vorhandene Breite des Bauwerkes bot zudem keinen ausreichenden Platz für Schutzeinrichtungen.
Projektbilder

Verkehrsstaatssekretärin Ines Jesse (4. v. l.) hat die neue Brücke am 15. September 2023 offiziell für den Verkehr freigegeben.
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Blick auf die Fahrbahn der fertiggestellten Brücke im September 2023.
@ strassen-mv.de

Blick unter die fertiggestellte Brücke im September 2023.
@ strassen-mv.de

Der Rückbau der alten Brücke und der Umfahrung begann im Oktober 2023.
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Die Rückbauarbeiten wurden im November 2023 abgeschlossen.
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Nach Abschluss der Abbrucharbeiten stehen noch Ausgleichspflanzungen im Herbst 2024 an.
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Die Betonage im Dezember 2022 erfolgte mit vorgewärmtem Beton, der beim Einbau circa zehn Grad Celsius warm war.
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Der vergossene Beton wurde mit riesigen Planen und Kälteschutzmatten abgedeckt, um optimale Bedingungen für die Erhärtung des Betons zu schaffen.
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Vor der Betonage im Dezember 2022: Aufgrund der niedrigen Temperaturen wurde die Schalung einschließlich Bewehrung mit großen Heißluftgebläsen erwärmt und abgedeckt, um die Schalung schnee- und eisfrei zu halten.
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Vor der Betonage wurden die Spannglieder des Überbaues verlegt (Anfang Dezember 2022).
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Mit den Schalarbeiten für den Überbau wurde Ende Oktober 2022 begonnen.
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Die Fertigstellung der ersten Brückenpfeiler erfolgte im Mai 2022.
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Einbau der Bewehrung für die Brückenpfeiler: Mit einem Kran wurden die dünnen, langen Eisenstäbe angehoben ...
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... Bauarbeiter hatten die Stäbe zuvor sicher befestigt ...
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... und halfen anschließend beim Einlassen in die Baugrube ...
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... in der Baugrube verlegten Bauarbeiter dann die Bewehrung zur Verstärkung des Betons. Danach wurden die Eisenstäbe mit Beton begossen.
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Die Arbeiten haben im November 2021 begonnen.
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Der Brückenstandort befindet sich rund zwei Kilometer nordwestlich von Dömitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) und überführt die Bundesstraße 191 über das Gewässer Löcknitz.
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Die vorhandene Brücke wurde im Jahr 1970 als massive Fünf-Feld-Brücke gebaut.
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Die Über- und Unterbauten der bestehenden Brücke wiesen zuletzt zahlreiche Schäden auf.
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Das neue Brückenbauwerk ist ein flach gegründeter Spannbeton-Dreifeld-Plattenbalken auf Kastenwiderlagern mit Parallelflügeln.
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Umfang
Das neue Brückenbauwerk ist ein flach gegründeter Spannbeton-Dreifeld-Plattenbalken auf Kastenwiderlagern mit Parallelflügeln mit einer Gesamtstützweite von 64,30 Meter. Die Einzelstützweiten betragen 20,305 Meter, 23,555 Meter und 20,438 Meter. Die kleinste lichte Höhe beträgt 2,27 Meter. Der Spannbetonüberbau hat eine Konstruktionshöhe von 1,30 Meter. Die Breite zwischen den Geländern beträgt 13,30 Meter. Die B 191 wird mit einer Fahrbahnbreite von 8,00 Meter und einem straßenbegleitenden Radweg (Breite 2,50 Meter) auf einer Länge von 611 Meter ausgebaut.
Daten und Fakten
- Länge: 611 Meter
- Baubeginn: November 2021
- Baukosten: circa 6 Millionen Euro
- Kostenträger: Bundesrepublik Deutschland
- Querschnitt Fahrbahn: 8,00 Meter
- Querschnitt Radweg: 2,50 Meter
- Bauzeit: 32 Monate
Projektstand
- Herbst 2025: Ausgleichspflanzungen (Baum- und Strauchpflanzungen an der B 191 und der L 04)
- Juni 2024: Fertigstellung neuer Radweg
- Dezember 2023: Herstellung Deichzufahrten und Unterbau für neuen Radweg
- Oktober & November2023: Rückbau der alten Brücke und der Umfahrung
- 15. September 2023: Verkehrsfreigabe der neuen Brücke
- September 2023: Böschungsbefestigung und Pflasterarbeiten unterhalb der Brücke
- August 2023: Aufbringen des Gussasphalts auf die Brücke und Installation der Schutzplanken, Bankette, Markierungen sowie Leitpfosten
- Juli 2023: Fertigstellung Geländeraufbau sowie der Einbau von Frostschutz-, Schottertrag- und Asphaltschichten
- Juni 2023: Fertigstellung Abdichtungsarbeiten Überbau, Schalung und Betonierung Kappen und Dammbau für die Brückenanschlussbereiche
- Dezember 2022: Fertigstellung des Überbaus
- September 2022: Fertigstellung Brückenwiderlager Achse 10 und 40
- Mai 2022: Fertigstellung Brückenpfeiler Achse 20 und 30
- November 2021: Baubeginn
- August 2021: Ausschreibung
- 2020: Fertigstellung und Genehmigung Bauentwurf
Pressemitteilungen
- Pressemitteilung vom 15. September 2023
B 191: Brückenneubau bei Dömitz für den Verkehr freigegeben - Pressemitteilung vom 23. Dezember 2022
B 191: Überbau der neuen Löcknitz-Brücke ist hergestellt - Pressemitteilung vom 29. November 2022
B 191: Ersatzneubau der Löcknitz-Brücke bei Dömitz wird vorbereitet
Örtlichkeiten
Die Brücke befindet sich rund zwei Kilometer nordwestlich von Dömitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) und überführt die Bundesstraße 191 über das Gewässer Löcknitz. Das Bauwerk liegt zwischen den Orten Dannenberg und Neu Kaliß. Die Löcknitz ist ein Gewässer 1. Ordnung.
Wichtigkeit
Das alte Bauwerk war 1970 als massive Fünf-Feld-Brücke errichtet worden. Die letzte Hauptprüfung ergab eine Zustandsnote von 3,4. Die Standsicherheit und Verkehrssicherheit waren beeinträchtigt. Die Dauerhaftigkeit des Bauwerks war nicht mehr gegeben. Über- und Unterbau wiesen zahlreiche Schäden auf. Insbesondere sind hier Durchfeuchtungen, starke Rissbildungen, Ausblühungen und Betonabplatzungen mit freiliegender Bewehrung zu nennen.
Besonderheiten
Der Neubau liegt westlich der alten Brücke. Die bauzeitliche Verkehrsführung lief über das Bestandsbauwerk. Somit konnte auf den Bau einer aufwendigen Behelfsbrücke mit hohen, nur bauzeitlich zu erstellenden Straßendämmen verzichtet werden.
Ausstattung
Die neue Brücke hat beidseitig ein Füllstabgeländer aus Stahl mit Drahtseil im Handlauf erhalten. Die Geländer-Höhen betragen 1,30 Meter. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sind auf beiden Seiten der Brücke Schutzeinrichtungen installiert worden (sogenannte Fahrzeugrückhaltesysteme; sie dienen dazu, von der Fahrbahn abkommende Fahrzeuge und deren Insassen sowie andere Verkehrsteilnehmer vor abkommenden Fahrzeugen zu schützen).

