Warum wird an so vielen Straßen gleichzeitig gebaut?

Baumaschinen bringen Asphalt auf eine Straße. Im Vordergrund sind eine Sandfläche und ein Sandhaufen.Details anzeigen
Baumaschinen bringen Asphalt auf eine Straße. Im Vordergrund sind eine Sandfläche und ein Sandhaufen.

Vorrangiges Ziel der Baumaßnahmen ist die Erhaltung unserer Straßen.

Vorrangiges Ziel der Baumaßnahmen ist die Erhaltung unserer Straßen.

Die Straßenbau- und Verkehrsverwaltung Mecklenburg-Vorpommern verwaltet im Auftrag des Bundes die Bundesstraßen im Land und ist auch verantwortlich für die Landesstraßen. Insofern beziehen sich folgende Aussagen zunächst auf diese Straßen, dürften aber in Teilen auch auf Kreis- und Gemeindestraßen übertragbar sein.

Die Gründe für die verstärkten Maßnahmen im Straßenbau sind:

1. Mehr Investitionen

Viele der aktuellen Straßenbauarbeiten in Mecklenburg-Vorpommern hängen damit zusammen, dass Bund und Land seit einigen Jahren deutlich mehr in Straßen und Brücken investieren. Dadurch stehen heute spürbar mehr Mittel für Erhalt und Sanierung zur Verfügung als früher.

Die Aufwendungen bleiben auch 2026 auf hohem Niveau: Insgesamt fließen rund 263 Millionen Euro an Bundes- und Landesmitteln in die Straßeninfrastruktur Mecklenburg-Vorpommerns:

-      Rund 182,4 Millionen Euro in Bundesstraßen

-      Rund 80,6 Millionen Euro in Landesstraßen – für Neubau sowie für Erhaltung, Um- und Ausbau.

2. Erhalt vor Neubau

Bund und Land setzen auf den Grundsatz „Erhalt vor Neubau“. Denn rechtzeitige Sanierungen verhindern, dass kleine Schäden größer werden.

In der Regel werden Fahrbahndecken auf Bundes- und Landesstraßen alle 12 bis 15 Jahre erneuert (je nach Belastung und Zustand). So lassen sich teure Folgeschäden im Unterbau vermeiden.

Welche Strecken Vorrang haben, wird dabei auf Basis regelmäßiger Zustandsprüfungen entschieden. So verbessert sich der Zustand der Straßen Schritt für Schritt weiter.

3. Saisonale Einschränkungen

Straßenbau braucht zuverlässig frostfreie Witterung. Deshalb können viele Arbeiten im Winter nur eingeschränkt oder gar nicht stattfinden.

Auch in den übrigen Monaten gibt es nur begrenzte Zeiträume: Auf touristisch wichtigen Strecken versuchen wir, Hauptreisezeiten möglichst zu schonen – dazu zählen die Sommersaison, die Herbstferien sowie die Feiertage rund um Ostern und Pfingsten. Für viele Maßnahmen kommen daher vor allem Frühjahr und Herbst als Bauzeit infrage. Das kann dazu führen, dass sich Baustellen in diesen Jahreszeiten häufen.

Außerdem planen wir Bauprojekte regional abgestimmt. Dabei prüfen wir, welche Maßnahmen zeitlich zusammenpassen, damit der Verkehr nicht durch mehrere Baustellen kurz hintereinander zusätzlich belastet wird.

4. Akuter Handlungsbedarf

Neben geplanten Erhaltungsmaßnahmen kommen immer wieder Baustellen hinzu, bei denen kurzfristig gehandelt werden muss. Solche Arbeiten sind nicht aufschiebbar – zum Beispiel nach außergewöhnlichen Wetterereignissen oder anderen unvorhersehbaren Schäden.

5. Fazit

Uns ist bewusst: Straßenbauarbeiten belasten den Verkehr und erfordern Geduld. Oft müssen auch angrenzende Städte und Gemeinden zusätzlichen Umleitungs- und Ausweichverkehr aufnehmen.

Wir planen und bauen so, dass die Einschränkungen so gering wie möglich bleiben. Dafür stimmen wir Baustellen und Umleitungen frühzeitig mit Polizei und Verkehrsbehörden ab – und, wo erforderlich, auch mit Anliegern, Einrichtungen und Unternehmen.

Gleichzeitig gilt: Wenn notwendige Arbeiten ausbleiben, verschlechtert sich der Zustand der Straßen in absehbarer Zeit deutlich. Die Folgen wären größere und längere Einschränkungen – im schlimmsten Fall sogar dauerhafte Sperrungen, weil die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist.